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BAUWESEN - Wasserbau - Ülzen II

Vortrag über den Neubau der Schleuse Ülzen II


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Vortrag über den Neubau der Schleuse Uelzen II von Frank Bartels


Abb.1 Neubau der Schleuse Uelzen II
Zusammenfassung

Ein erhöhtes Schiffsverkehrsaufkommen im Elbe-Seitenkanal führte dazu, daß im Bundesverkehrsministerium das Projekt ,, Neubau der Schleuse Uelzen II '' vorrang eingeräumt wurde. Nach einem zügigen Genehmigungsverlaufes und einer konzentrierten Planung ist mit dem Bau der Schleuse Uelzen II begonnen worden. Für dieses Projekt stellt das Ministerium 180 Mio. DM zur Verfügung, um die Fertigstellung im Jahre 2003 zu sichern. Der Bau der Schleuse und die Überwachung der Arbeiten werden vom Neubauamt für den Ausbau des Mittellandkanals (NBA) Hannover übernommen. In der ersten Planungsphase hat man sich für den Bau einer Sparschleuse, wie bei der ersten Schleuse Uelzen I, entschieden. Im Unterschied zur Schleuse I werden die Sparbecken übereinander angeordnet, das bringt eine Erhöhung der Kosten mit sich, die durch die geringeren Unterhaltungskosten wieder ausgeglichen werden. Die Bauarbeiten an der Schleuse II haben ein Stadium erreicht, wo die ersten Veränderungen in der Umgebung der Anlage zu sehen sind. Bei der Inbetriebnahme der Schleuse Uelzen II im Jahr 2003, wird diese den Hauptverkehr und die Schleuse Uelzen I als Entlastung bzw. bei Reperaturarbeiten an der Schleuse II den Schiffsverkehr abwickeln.

1. Allgemeines zur Situation


Abb.2 Lageplan

Der Elbe-Seitenkanal stellt mit seiner Länge von 115 km den binnenseitigen Wasserstraßenanschluß des Seehafens Hamburg und Lübeck mit dem Mittellandkanal her. Zwischen ihm und der Elbe besteht ein Höhenunterschied von 61 m. Neben dem Schiffshebewerk in Scharnebeck ist die Schleuse Uelzen, bei Esterholz im Landkreis Uelzen, das zweite imposante Abstiegsbauwerk am Elbe-Seitenkanal. Insbesondere nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und der Öffnung der osteuropäischen Märkte hat der Elbe-Seitenkanal an verkehrlicher Bedeutung gewonnen. In den letzten Jahren hat sich ein erfreulicher Verkehrszuwachs auf bis zu 7,5 Mio. Gütertonnen pro Jahr eingestellt, wobei in Spitzenzeiten alleine an der Schleuse Uelzen I bis zu 86 Schiff-Fahrzeuge pro Tag geschleust wurden. Dieser Trend wird weiter durch die Attraktivität des Elbe-Seitenkanals anhalten. Die 1976 in Betrieb genommene Schleusenanlage Uelzen I ist eine Sparschleuse mit 3 offenen, terrassenförmig seitlich der Schleusenkammer angeordneten Sparbecken. Sie bewältigen eine Hubhöhe von 23 m und zählt zu den größten Binnnenschiffahrtsschleusen Deutschlands. Durch den Bau einer zweiten Schleuse wird die Leistung des Elbe-Seitenkanals entscheidend erhöht und durch die zwei unabhängig voneinander arbeitende Kammern die Betriebssicherheit der Schleusenanlage dauerhaft gewährleistet. Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Elbe-Seitenkanals entspricht den Zielen des Bundesverkehrswegeplans von 1992, den umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschiffahrt stärker als in der Vergangenheit am Verkehrswachstum zu beteiligen. Die Elbe wird durch eine verstärkte Nutzung der Dreiecksverbindung, über den Elbe-Seitenkanal und die Osthaltung des Mittellandkanals, entlastet.

2. Alte Schleuse Uelzen I

Die Schleuse Uelzen I wurde in den Jahren 1971 - 75 gebaut. Da der Elbe-Seitenkanal als Stillwasserkanal keine nennenswerten Zuflüsse besitzt, ist die Schleuse als Sparschleuse ausgebildet. Sie besteht im wesentlichen aus der Schleusenkammer mit dem Ober- und Unterhaupt, den seitlich angeordneten drei offenen Sparbecken mit den Sparbeckenzuleitungen, dem Schieberhaus und der Pumpeneinrichtung bestehend aus Pumpenhaus, Pumpenwasserleitung und Auslaufbauwerk. Die Kammer hat eine lichte Breite von 12 m, eine Länge von 190 m zwischen den Schleusentoren und eine normale Hubhöhe von 23 m. Die Drempeltiefe beträgt 4 m und das Freibordmaß bei gefüllter Kammer 1,5 m, so daß die Kammerwände eine Gesamthöhe von 28,5 m über Oberkante Schleusensohle erreichen. Die Schleusensohle ist 8,0 m dick. Somit beträgt die Bauhöhe der Schleuse von der Sohle bis zur Plattform 36,5 m. Im Verlauf der zurückliegenden Betriebszeit sind in verschiedenen Bereichen der Schleusenanlage wiederholt Schäden aufgetreten, die Sanierungsmaßnahmen in unterschiedlichem Umfang erforderlich machten. Die Schäden bzw. die Sanierungsmaßnahmen betrafen vor allem die Fugenbandabdichtungen im Bereich von Blockfugen und sind im Zusammenhang mit bereichsweise relativ großen Verschiebungen bzw. Verschiebungsdifferenzen zu sehen. Wegen der Gefahr für die Standsicherheit der Schleuse und des erheblichen Umfanges für deren dauerhafte Sanierung wurde die Realisierung der Schleuse II mit höchster Priorität in das Aufgabenprogramms des NBA Hannover aufgenommen, wodurch auch der Entscheidung des Bundesministers für Verkehr, zukünftig die Elbverkehre auf den Elbe-Seitenkanal und den Mittellandkanal zu verlagern, Rechnung getragen wird.