Die neue Schleuse Uelzen II wird, ebenso
wie die bestehende, als Schachtschleuse mit Sparbecken ausgebildet.
Im Unterschied zur bestehenden Schleuse werden die Sparbecken
der neuen Schleuse in geschlossener Konstruktion beidseitig
übereinander angeordnet. Die gewählte Konstruktion ermöglicht
es, mit nur geringem Mehraufwand eine zusätzliche vierte Sparbeckenebene
zu integrieren. Durch diese Anordnung wird eine günstigere
Gründungssituation und durch das seitliche Rahmenwerk, das
die Sparbecken bilden, eine verbesserte Aussteifung der Schleusenkammer
erreicht. Außerdem ermöglicht diese Konstruktion eine wesentliche
Vereinfachung der Baugrube. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen
im Jahr 2003 stehen der Schiffahrt zwei leistungsstarke Schleusen
zur Verfügung, wobei die neue Schleuse ,, Uelzen II'' den
Hauptverkehr abwickeln soll.
4. Konstruktion
Abb.4 Querschnitt der Schleuse Uelzen II
Die Schleusenkammer ist mit seiner nutzbaren
Länge von 190 m und einer Breite von 12,5 m das Kernstück
der neuen Schleusenanlage. Acht Kammerlamellen verbinden das
Ober- mit dem Unterhaupt. Längskanäle verbinden das unterhalb
der Kammersohle verlaufende Grundlaufsystem mit ein Ein-und
Auslaufbauwerken.
Abb.5 Längsschnitt und Draufsicht der Schleuse II
Die insgesamt vier Längskanalverschlüsse
regeln den Wasseraustausch zu den Kanalhaltungen. Auf beiden
Kammerseiten sind hinter den Kammerwänden die Sparbecken angeordnet.
Die Sparbecken sind über je zwei Zulaufkanälen mit dem Grundlaufsystem
verbunden. Die Zuläufe bzw. Abläufe werden mit insgesamt 16
doppeltkehrenden Schützen geregelt. Das Unterhaupt ist mit
einer Stirnwand (Maske) versehen. Unterhalb dieser Maske wird
das Untertor angeordnet. Auf dem Unterhaupt schließt sich
das Auslaufbauwerk mit dem Tosbecken an. Dieses Bauwerk wird
von einer Unterhauptbrücke überspannt.
5. Stahlwasserbau / Maschinentechnik
Der Antrieb der Stemmtorflügel erfolgt mit
Hilfe von ölhydraulischen Antrieben mittig aus dem Antriebsraum,
der in der Unterhauptmaske angeordnet ist. Zum Schutz gegen
Anfahrung der Maske erhält das Bauwerk einen Stoßschutz. Die
Längskanalverschlüsse sind als Zugsegmente mit einseitigem
Torsionsantrieb ausgebildet. Sie liegen in den Längskanälen
am Ober- und Unterhaupt und werden über Antriebshebel und
Torsionsrohr mit Elektrohubspindeln angetrieben. In den Sparbeckenzuläufen
der Kammerlamellen sind Segmentverschlüsse mit einseitigem
Torsionsantrieb als Sparbeckenverschlüsse angeordnet. Sie
wirken bei gefüllter Kammer als Drucksegment und bei gefüllten
Sparbecken als Zugsegment. Auch ihr Antrieb erfolgt über Elektrohubspindeln,
Antriebshebel und Torsionsrohr. Als Längskanal- und Sparbeckenrevisionsverschlüsse
sind Gleittafeln vorgesehen. Als Revisionverschlüsse für die
Tore dienen Dammbalken, für die Einlaufbereiche wurde das
Pfosten/Tafel-System gewählt. Für die Schiffahrt sind 16 Schwimmpoller
als Festmachemöglichkeit angeordnet.